Kampagnen mit Dynamischen Suchanzeigen erstellen

16. Februar 2017

Das Erstellen von Keyword-basierten Suchkampagnen kann sehr zeitaufwendig sein. Keywords zu recherchieren und sinnvoll in Kampagnen und Anzeigengruppen zu gliedern nimmt einen Großteil der Zeit im Kampagnen-Setup ein. Eine schnelle Alternative zu klassischen Suchkampagnen sind Kampagnen mit dynamischen Suchanzeigen, die völlig ohne Keywords auskommen. Wie man diese anlegt und optimiert erfahren Sie im folgenden Artikel.

Suchkampagnen ohne Keywords – So funktioniert’s

Statt Google einen Pool an Keywords zum Abgleich mit Suchanfragen in AdWords zur Verfügung zu stellen, wird bei dynamischen Suchanzeigen (auch DSA oder Dynamic Search Ads) der Inhalt einer Website als Kriterium zur Anzeigenausrichtung herangezogen. Zur Abstimmung scannt Google den Website-Inhalt und ermittelt zu den Inhalten passende Suchanfragen. Dabei kann der Werbetreibende selbst bestimmen ob die gesamte Website oder nur bestimmte Seiten gescannt werden sollen.

 

Welche Vorteile bieten dynamische Suchanzeigen?

Dynamische Suchanzeigen bieten vor allem Onlineshops und Unternehmen mit sehr umfangreichen Websites und großen Produktportfolios Vorteile. Anbieter von regelmäßig wechselnden Sortimenten oder saisonalen Produktlinien können mit Hilfe von dynamischen Suchanzeigen zeitsparend und einfach Ihre AdWords Kampagnen auf dem neuesten Stand halten. Sobald Seiten im Index geändert werden, wird die Website erneut gecrawlt, sodass die Anzeigen aktuell gehalten werden. Voraussetzung ist eine sauber strukturierte Website, die für Google gut auslesbar ist. Die Nutzung von dynamischen Suchanzeigen ist nicht zu empfehlen für Websites mit Inhalten, die sich sehr schnell ändern. Dies trifft zum Beispiel auf Seiten mit Tagesangeboten bzw. Deals zu, da die Änderungen nicht sofort erfasst werden können.

 

Eine Kampagne mit dynamischen Suchanzeigen erstellen

Die richtigen Kampagneneinstellungen vornehmen

Um eine Kampagne mit dynamischen Suchanzeigen zu erstellen, legt man eine neue Kampagne des Typs „Nur Suchnetzwerk“ an und wählt im nächsten Schritt den Kampagnen-Untertypen „Dynamische Suchanzeigen“ aus. Als Nächstes hinterlegt man die Website-URL sowie die Sprache und nimmt die restlichen Kampagneneinstellungen vor.

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Kampagnen-Untertyp „Dynamische Suchanzeigen“ auswählen

 

Anzeigengruppen anlegen

Sobald die Kampagne gespeichert ist können Anzeigengruppen angelegt werden. Hier werden die dynamischen Anzeigenziele ausgewählt, die mit potentiellen Suchanfragen abgeglichen werden sollen. Drei Optionen stehen zur Auswahl:

  1. Ausrichtung auf empfohlene Zielkategorien der Website: Google schlägt abhängig vom Inhalt der Website thematisch geordnete Gruppen zur Ausrichtung vor. Die Kategorien können einzeln ausgewählt und mit Geboten versehen werden.
  2. Auf alle Webseiten ausrichten: Google scannt die gesamte Website.
  3. Auf bestimmte Webseiten ausrichten: Gewünschte Kategorien, Seiteninhalte, Seitentitel oder URLs können anhand von Wörtern, die sie enthalten herausgefiltert und ausgewählt werden. Beispielsweise könnte hier nach Marken oder oder Kategorien gefiltert werden.

Als Standardmethode gilt die Ausrichtung auf von Google empfohlene Kategorien. Je nach Website-Struktur können aber auch andere Ausrichtungsoptionen sinnvoll sein. Wichtig ist auch bei Kampagnen mit dynamischen Anzeigen eine möglichst granulare Struktur zu erstellen, um passende Anzeigen hinterlegen zu können.

 

Ausschluss von irrelevanten Bereichen

Bei der Ausrichtung auf die gesamte Website sollte die Anzeigenschaltung für irrelevante Bereiche wie das Impressum ausgeschlossen werden. Unter dem Reiter „Automatische Ausrichtung“ lassen sich auf Kampagnen- oder Anzeigengruppen-Ebene unerwünschte Bereiche der Website herausfiltern und ausschließen. Bei Onlineshops empfiehlt sich, nicht verfügbare Produkte anhand des Seiteninhalts (z.B. „ausverkauft“) herauszufiltern und auszuschließen.

Ausschlüsse für DSA Kampagnen anlegen

Ausschlüsse für DSA Kampagnen anlegen

 

Dynamische Suchanzeigen hinterlegen

Bei Anzeigenauslieferung werden der Titel sowie die Zielseiten-URL der Textanzeige dynamisch anhand der gestellten Suchanfrage generiert. Das Keyword des Suchenden ist also im Normalfall im Titel vertreten und die passende URL wird bereitgestellt. Die übrigen Textzeilen und die angezeigte URL werden statisch hinterlegt.

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Dynamische und statische Komponenten der Textanzeige.

Derzeit sind dynamische Anzeigen nur im „alten“ Textanzeigen-Format verfügbar. Eine dynamische ETA ist noch nicht anlegbar. Anders als bei klassischen Textanzeigen kann der Titel bei dynamischen Suchanzeigen je nach Suchanfrage aber deutlich länger als 25 Zeichen ausfallen.

 

Kampagnen mit dynamischen Suchanzeigen optimieren

Für alle Ausrichtungsoptionen von DSA Kampagnen gilt: Auszuschließende Keywords hinterlegen, um die Anzeigenschaltung bei unerwünschten Suchanfragen zu verhindern. Überschneidungen mit klassischen Suchkampagnen können verhindert werden, indem die gebuchten Keywords in der DSA Kampagne ausgeschlossen werden. Sobald die Kampagne aktiv ist, sollten außerdem die Suchanfragenberichte regelmäßig überprüft und optimiert werden.

 

Weiterhin sollte der Bericht über die ausgespielten Kategorien kontinuierlich analysiert werden. Hierzu navigiert man in den Reiter „Automatische Ausrichtung“ und klickt auf „Kategorien anzeigen…“. Im Kategoriebericht können Performance-Daten auf verschiedenen Ebenen abgerufen und ausgewertet werden. Hier ist ähnlich vorzugehen wie bei Suchanfragenberichten. Gut performende Kategorien oder Unterkategorien sollten als dynamische Anzeigenziele hinzugefügt werden. Ziele mit mangelnder Leistung können ausgeschlossen werden.

Kategorieberichte für DSA Kampagnen

Kategorieberichte für DSA Kampagnen

 

DSA Kampagnen als Keyword-Generator nutzen

Dynamische Suchkampagnen sind ein gutes Werkzeug, um Keywords und zu bewerbende Produkte oder Services zu ermitteln. Durch die Auswertung der Suchanfragen- und Kategorieberichte kann ein Werbetreibender viel über das Suchverhalten der Nutzer herausfinden und auf Basis dessen seine AdWords Kampagnen ausbauen und optimieren. Auch in bereits gut aufgestellten AdWords Konten können DSA Kampagnen eingesetzt werden, um Keyword-Lücken aufzudecken oder Longtail-Suchen abzudecken, für die andernfalls keine Anzeigen ausgespielt werden.

 

DSA + RLSA = Remarketing für dynamische Suchanzeigen (RDSA)

Wie klassische Suchkampagnen können auch für DSA Kampagnen Remarketing-Listen für Suchanzeigen (RLSA) genutzt werden. Wählt man beim Hinterlegen der Zielgruppen die Option „Ausrichtung und Gebot“, werden die dynamisch generierten Anzeigen nur für Nutzer ausgespielt, die bereits Interesse an Ihrer Website gezeigt haben. So kann zum Beispiel für diese Nutzer, die bereits auf der Website waren und anschließend Ihre Suche fortführen, bei weiteren Suchanfragen, die dem Angebot entsprechen, eine Anzeige geschaltet werden, auch wenn das Keyword nicht aktiv beworben wird. Die Kombination von dynamisch generierten, relevanten Anzeigentiteln und passenden URLs mit Remarketing-Listen kann in einer guten Klickrate und gegebenenfalls in einer guten Conversion-Rate resultieren.

 

Für Werbetreibende, die der dynamischen Anzeigenschaltung eher skeptisch oder vorsichtig gegenüberstehen, kann eine RDSA Kampagne auch als Mittel zum Herantasten an das Thema dienen. Gerade bei Websites mit vielen Angeboten sind DSA Kampagnen eine gute Möglichkeit mit geringem Zeit- und Arbeitsaufwand einen Großteil seiner Produkte oder Services in der Google Suche zu bewerben. Wer es testen möchte, startet am Besten mit geringeren Tagesbudgets und Geboten und beachtet die oben genannten Tipps. Viel Erfolg!

 

 

Quelle Titelbild: ©DigiClack fotolia.com

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