Fehler im Google Shopping Feed vermeiden

15. März 2016

Viele Händler spüren die steigende Bedeutung von Google Shopping. Auch unsere Kunden generieren einen Großteil ihrer Conversions über Anzeigen mit Produktinformationen (Product Listing Ads, kurz: PLA). Die entscheidende Rolle dabei spielt der Produkt-Feed. Da die einzuhaltenden Spezifikationen im Google Shopping Feed immer komplexer werden, haben wir häufige Fehlerquellen zusammengefasst.

Hin und wieder entscheidet ein Komma darüber, ob einzelne oder gar alle Produkte im Google Merchant Center abgelehnt werden. Kleine Abweichungen innerhalb eines Attributes die jedes Produkt betreffen, können zu einer Sperrung des Accounts führen. Wir zeigen Ihnen anhand wichtiger Feed-Attribute, worauf Sie achten müssen, um Fehlermeldungen zu vermeiden und die Qualität Ihres Datenfeeds zu steigern.

 

Produkt-ID

  • einmalig benennen
  • ausschließlich Unicode verwenden
  • nicht überarbeiten

Auf den ersten Blick scheint die Produktkennzeichnung nur für die eigene Taxonomie relevant, doch der Eindruck trügt. Abgesehen davon, dass nur Unicode-Zeichen verwendet werden dürfen, sollten Umstellungen der ID-Systematik gründlich überdacht werden. Wird einem Produkt eine neue ID zugewiesen, so werden alle Leistungsdaten des Produkts zurück auf null gesetzt. Sollte das Produkt bereits über eine gute Historie verfügen, wäre diese nun verloren. Nicht umsonst verweist Google darauf, dass einmal genutzte IDs „später nicht erneut für ein anderes Produkt verwendet werden“ können.

 

Bild-URL

  • Hintergrund hell und einfarbig, am besten weiß
  • hohe Auflösung (mindestens 800 x 800)
  • bildfüllende Produktabbildung
Preis überdeckt Produkt in Google Shopping

Aus der Praxis: Produkte besser nicht am unteren Bildrand platzieren

Dass der Bild-Link möglichst keine 404- oder sonstige Fehlerseiten hervorrufen sollte, versteht sich von selbst – gerade in Anbetracht, dass die Produkt-Bilder seltener gecrawlt werden, als andere Produktinformationen. Achten Sie zudem auf eine hohe Auflösung. Google empfiehlt hier mindestens 800 x 800 Pixel, also keine Thumbnails. Je klarer das Produkt zu erkennen ist, desto besser. Vermeiden Sie unruhige Hintergründe oder uneindeutige Produktabbildungen. Ein Produkt in der Verwendung zu zeigen, kann sich vorteilhaft auswirken, wenn Sie dies auf der Zielseite tun. Als Produktbild für Google Shopping eignet sich jedoch die bloße Abbildung des Produkts, vor einem einfarbigem, hellen Hintergrund. Häufig wechselt die Darstellungsform der Produkte in Google Shopping. Wenn das Produkt zentriert abgebildet ist, kann es nicht wesentlich vom Preis oder anderen Elementen überdeckt werden, so wie es im Bild der Fall ist.

 

Link

  • direkter Verweis auf das Produkt
  • Google Redirect-Tracking nur über das vorgesehene Attribut [adwords_redirect]
  • regelmäßige Prüfung auf 404-Fehler im Merchant-Center

Der Link zum Produkt sollte direkt auf die Detailseite verweisen und keine Weiterleitungen enthalten. Zur eigenen Nachverfolgung mittels Redirect-Tracking stellt Google das Attribut [adwords_redirect] zur Verfügung. Hier kann die URL hinterlegt werden, auf die der Nutzer weitergeleitet werden soll. Nach Änderungen der URL-Struktur, sollte im Merchant Center stets auf 404-Fehler geachtet werden. Automatische Berichte für 404-Fehler Ihrer Zielseiten sind immer nützlich. Besser ist jedoch die regelmäßige Kontrolle des Merchant Centers.

 

Preis

  • Punkt als Trennzeichen verwenden
  • ISO-Währungs-Code anhängen
  • Abgleich von Preis im Feed und auf der Zielseite

Übersehen Sie nicht, dass in Googles Spezifikation für den Preis ein Punkt und kein Komma angegeben ist  (Beispiel: 20.00 EUR). Anders als bei anderen Plattformen gehört auch der 3-buchstabige ISO-Code der Währung in das Attribut. Nachdem diese kleinen Hindernisse überwunden sind, sollten die Preise stets mit den Angaben auf der Zielseite korrespondieren. Bei stark schwankenden Produktpreisen kann es vorteilhaft sein mit Mikrodaten & automatischen Artikelupdates zu arbeiten, wodurch die vorübergehende Ablehnung unterbunden werden kann.

 

GTIN

Die Angabe der Global Trade Item Number ist ab Mitte Mai für alle Produkte verpflichtend . Bisher hatte man die Wahl entweder das Attribut GTIN oder die Manufacturer Product Number (kurz: MPN) im Feed zu hinterlegen. Häufig werden diese eindeutigen Produktkennzeichnungen verwechselt, was zur Ablehnung ihrer Produkte führt. Sonderanfertigungen und alte Produkte werden wohl von der GTIN-Pflicht ausgeschlossen bleiben. Solche Artikel müssen mit dem Attribut [identifier_exists] und dem Wert „false“ gekennzeichnet werden. Übrigens führt eigene Kreativität in Ermangelung einer GTIN nicht zum Ziel: ausgedachte und selbstgenerierte GTINs werden von Google erkannt und abgelehnt. Falls fälschlicherweise eine korrekte GTIN abgelehnt wird, können Sie eine manuelle Prüfung anfordern.

Angabefrist GTIN Google Shopping Feed

Google macht Ernst bei der Ausweitung der GTIN-Angabepflicht

 


Unterscheidung von GTIN & MPN

Die GTIN ist eine globale Produktkennzeichnung des Handels, unter der man auch die ISBN, EAN und UPC versteht. Hierzulande wird wird sie von der GS1 Germany vergeben. Bei der MPN handelt es sich um eine Nummer, die vom Hersteller selbst dem Produkt zur Unterscheidung zugeordnet wird.


 

Title

  • max. 150 Zeichen gesamt
  • keine Großschreibung ganzer Wörter
  • neutrale Schreibweise (kein werblicher Text)
  • Optimierungspotenzial nutzen

Die maximale Zeichenanzahl beim Title beträgt 150, wovon maximal 70 sichtbar sind (meist noch wesentlich weniger). Ein gängiger Ablehnungsgrund sind Werbetexte oder Worte in Großbuchstaben. Übrigens generieren auch Markennamen Fehlermeldungen, die von Haus aus komplett großgeschrieben werden.

Nachdem die Zeichenanzahl stimmt und keine Versalschrift mehr in ihren Titles vorkommt, wird dieses Attribut eher seltener für Fehlermeldungen im Merchant Center sorgen. Versäumt werden sollte jedoch nicht das immense Optimierungspotenzial dieses Attributs. Auch wenn nur ein Bruchteil der 150 Zeichen für den Nutzer sichtbar sind, spielt der Inhalt für Google eine wesentliche Rolle. Ähnlich wie bei einer gewöhnlichen AdWords-Textanzeige sollten relevante Keywords im Title enthalten sein. Die ersten Zeichen sind ausschlaggebend, ob ein User sicher ist, das passgenaue Produkt gefunden zu haben. Es bietet sich also an, die enthaltenen Informationen absteigend nach Relevanz zu ordnen.

 

Maximale Produktanzahl im Google Shopping Feed

  • Account-Upgrade per Support anfordern
  • auf Hinweise auf MCA- und Kontenebene achten

Für Inhaber von Feeds mit einer hohen Anzahl von Artikeln, könnte folgende Information nützlich sein. Laut Google gibt es ein Standardlimit für die Anzahl von Produkten in einem Konto. Da dieses Limit nicht explizit genannt wird, scheint das tatsächliche Limit kontenspezifisch zu variieren. Für gewöhnlich, sollte nachdem Upload einer größeren Zahl von Produkten eine Benachrichtigung mit Informationen zum Limit des Accounts eingehen. Inhaber von MCAs bekommen unter Umständen nur einen Hinweis im Interface.

Limit Anzahl Produkte Datenfeed Google Shooping

Spätestens bei dieser Meldung sollte die Kapazität des Merchant Centers erweitert werden

Ein Vorbote eines sich nähernden Limits könnte ebenfalls sein, dass Sie Ihren Produktfeed in kurzen Zyklen aktualisieren (<30 Tage), jedoch der Status „läuft bald ab“ für eine große Anzahl von Produkten ausgewiesen wird. Spätestens in diesem Fall lohnt sich die Kontaktaufnahme mit Google zur Erhöhung der Kapazität des Merchant Center Accounts. Eine Aufstockung der Kapazität sollte möglich sein, da Google bestrebt ist, das gesamte Produktinventar eines Händlers zu erfassen.

Falls eine große Expansion der Produktzahl des Feeds bevorsteht, ist es ratsam das entsprechende Kontaktformular der Google Merchant Center-Hilfe zu nutzen.

 

Fazit

Über die Zeit hat sich die Komplexität der Spezifikationen für Produkt-Feeds bedeutend gesteigert. Gerade Händler mit dynamischem Produktinventar merken, dass Fehlermeldungen aus verschiedensten Gründen hervorgerufen werden. Inzwischen nutzt Google nicht nur text-, sondern auch bildsensitive Filter, um die Wahrung seiner Werberichtlinien durchzusetzen. Hierdurch können auch bereits akzeptierte Produkte mit korrekten Attributen sporadisch abgewiesen werden (Beispiel: Räucherwaren oder Gewürze, die aufgrund von Text oder Bild als Tabakwaren erkannt werden). In jedem Fall ist es lohnenswert die Zahl der übermittelten Attribute zu maximieren und Fehlermeldung kontinuierlich auf niedrigem Niveau zu halten. Um die Sichtbarkeit Ihrer Produkte zu erhöhen, sollten sie regelmäßig die Fehlermeldungen im Google Merchant Center überprüfen.

Haben wir weitere fehleranfällige Attribute vergessen? Schreiben Sie uns einen Kommentar, um anderen Lesern zu helfen.

Beitragsbild:

© Natalia Merzlyakova, fotolia.com

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