Bits & Pretzels 2016: Recap und Zukunftstrends

6. Oktober 2016

Über 5.000 Teilnehmer aus insgesamt 80 Ländern zählte das Gründerevent Bits & Pretzels 2016. Gründer, Investoren, Studenten und Interessenten trafen sich an Tag 1 und 2 auf dem Münchner Messegelände. In zahlreichen Vorträgen teilten die Unternehmer ihre Erfahrungen. An Tag 3 wurde das Schottenhamel Zelt auf dem Oktoberfest in Beschlag genommen. Hier wurde mit insgesamt 240 Table Captains genetworkt.

Was kann man mitnehmen? Was bringt die Zukunft? Im folgenden Recap erfahren Sie einige Learnings und Zukunftstrends der Bits & Pretzels 2016.

Learnings

Zwei grundlegende Fragen, welche immer wieder diskutiert wurden.

Was macht einen guten Gründer aus?

  • Das Brennen für die eigene Idee
  • Der gute Umgang mit Menschen
  • Ein kompetentes Auftreten
  • Die Kreativität, das Produkt/das Unternehmen zu vermarkten (ggf. auch durch strategische Partnerschaften)

Wie weckt man das Interesse eines Investoren?

  • Selbstbewusstes Auftreten
  • Direkte Kommunikation
  • Wenn der Gründer/die Gründerin selbst sehr kompetent ist, alle Zahlen des Unternehmens kennt und Engagement zeigt
  • Wenn es um ein gutes Produkt geht, welches im Markt USPs (Alleinstellungsmerkmale) besitzt
  • Wenn das Unternehmen Entwicklungspotential hat
  • Und dem Investor/der Investorin die Möglichkeit vermittelt, viel Geld verdienen zu können

 

Zukunftstrends

Virtual Reality als Storytelling Instrument

Laut Kevin Spacey ist Storytelling der Schlüssel zum Erfolg. Aber nur wenn man seine eigene Geschichte erzählt, kann man sich von anderen abheben.

Damit Unternehmen zukünftig konkurrenzfähig bleiben, sollten sie mit neuen Entwicklungen mitgehen und diese einbinden. Laut dem Schauspieler wird Virtual Reality zukünftig viele Branchen verändern. Virtual Reality Brillen könnten beispielsweise im Schulunterricht eingesetzt werden. Somit könnten Schüler geschichtliche Ereignisse, wie den Fall der Mauer, nochmals erleben. Wichtige geschichtliche Ereignisse könnten realitätsnaher vermittelt werden.

Andere Branchen, die durch Virtual Reality Brillen aus seiner Sicht beeinflusst werden können, sind: Film/Theater und Sport. Dann könnte man auch ohne lange Anreise ein Fußballspiel mit einer VR Brille live miterleben, so Spacey.

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Kevin Spaceys Zitat bei der Bits & Pretzels 2016; Quelle: VR World Explorer Tweet vom 25.09.2016

Wearables in der Gesundheitsbranche

Verbesserte Smartwatches

Smartwatches sind Uhren, die neben der Uhrzeit auch andere Daten erfassen und diese auf ein Smartphone übertragen können. Erfassbare Daten sind unter anderem die gelaufene Schrittanzahl und der Blutdruck.

Neben Produktverbesserungen, wie länger anhaltenden, wasserfesten Batterien sollen zukünftig, laut Panel, weitere strategische Partnerschaften hinzukommen. Beispielsweise soll die Bezahlung via Smartwatch irgendwann in der Zukunft möglich sein.

Durchsichtige Pflaster, die Gesundheitsinformationen übermitteln

VivaLnk entwickelt mit seiner eSkin™ Technologie kleine Geräte, die auf den Körper geklebt Gesundheitsdaten wireless auf ein Smartphone und in eine Cloud übermitteln können. Mit dem FeverScout, einem Pflaster, können Eltern die Körpertemperatur des eigenen Kindes überwachen. Hierzu muss das Pflaster nur auf die Stirn geklebt werden. Sobald die Temperatur steigt, erhalten die Eltern eine Push-Nachricht auf ihr Smartphone. Andere Pflaster können unter anderem auch Stresslevel und den physischen Gesundheitsgrad ermitteln.
Die Weiterentwicklung kann zukünftig die Gesundheitsbranche auf ein ganz neues Niveau bringen. Da die Pflaster in Zukunft noch dünner und durchsichtig werden sollen, könnte jeder unbemerkt ein solches Gerät an seinem Körper tragen und seine Gesundheit konstant überwachen.

 

FinTech Unternehmen + Banken vs. Große Unternehmen

Mehr und mehr FinTech Unternehmen sind in den letzten Jahren an den Markt gegangen. Im FinTech Panel am 2. Tag der Bits & Pretzels 2016 wurden mehrere FinTech Unternehmen vorgestellt und die Zukunft dieser sowie die Entwicklung der Banken besprochen.

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„Banking ist nötig, Banken sind es nicht.“, Bill Gates 1994. Verdeutlicht wie wichtig digitales Banking und FinTechs geworden sind.

Das Handeln, Auszahlen, Leihen und Anlegen von Geld wird immer digitaler. Traditionelle Banken sind gezwungen, sich in diesem Bereich selbst mit eigenen Teams und Entwicklungen einzubringen, wie die ING DiBa oder die Deutsche Bank. Alternativ gehen Banken Kooperationen ein, wie beispielsweise die Hypovereinsbank mit Ihrem Investment in finreach, iwoca und optiopay.

Es geht also weg vom Alleinkämpfer, hin zu Kooperationen und mehr und mehr B2B Geschäften.

Auch wenn FinTech Unternehmen im Vergleich zu traditionellen Banken in der Regel schneller auf neues Konsumentenverhalten reagieren können, ist das Panel sich einig. Banken und FinTechs sollten zukünftig zusammenarbeiten, um gegen mögliche Entwicklungen der Großunternehmen Google und Apple gewappnet zu sein.

 

Mehr Wir statt Ich: Das Team im Fokus

Sir Richard Bransons Zitate „A good leader cares about people and motivates them“ oder „Life is more fun if you are a motivator“ zeigen, dass ein guter Gründer mit Menschen umgehen können muss.

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Richard Branson auf der Bits & Pretzels 2016

Man müsse diejenigen finden, die sich ebenfalls für die eigene Vision begeistern und ein gutes Team bilden, so Florian Gschwandtner. Der Mitgründer von Runtastic hielt auf der Bits & Pretzels 2016 zum Thema „How to get an awesome Team“ einen ganzen Vortrag.

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Florian Gschwandtner auf der Bits & Pretzels 2016 zum Thema „How to get an awesome team“; Quelle: t3n Magazin Tweet vom 27.09.2016

Seine Tipps:

  • „Put people first“
  • Das Team mit in den Einstellungs-Prozess einbeziehen (z. B. mehrere Gespräche als nur mit der/dem HR Verantwortlichen, gemeinsames Mittagessen)
  • Team Events
  • Gemeinsame Ziele setzen (Runtastic Beispiel: Gemeinsamer Urlaub auf Mallorca, wenn 5 Ziele erreicht wurden)
  • Die Ziele bzw. OKRs (Objective and Key Results) jedem zugänglich machen, damit man sich gegenseitig unterstützen kann
  • Doni Days durchführen (= 1 Tag, an dem man nicht das machen darf, was man normalerweise macht, sich mit einem anderen Wunschthema beschäftigt und ggf. andere mit einbezieht)
  • Monatliche Kommunikation des Chefs/der Chefin bezüglich Unternehmens-Neuigkeiten oder Dinge, die ihm/ihr passiert sind
  • Für mehr Input und neue Ideen Kontakte nutzen, bspw. Business Angels, befreundete Gründer, einen Mentoren suchen oder auch einen Psychologen

Fazit

Insgesamt waren die drei Tage auf der Bits & Pretzels 2016 sehr spannend. Neben den zahlreichen interessanten Vorträgen, die dieses Jahr in fünf verschiedene Cluster eingeteilt waren, konnte man zusätzlich networken. Es war für jeden etwas dabei. Mit den Star-Speakern Kevin Spacey und Richard Branson haben die Organisatoren die letztjährige Veranstaltung sogar noch getoppt. Wer weiß was nächstes Jahr passiert? Die ersten Tickets wurden schon am 28.09.2016 in weniger als 30 Minuten verkauft. Wenn Sie bei der nächsten Bits & Pretzels (24. – 26. September 2017) dabei sein möchten, melden Sie sich am besten zum Newsletter an. Zur Bits & Pretzels Website

 

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